Laufen & Meniskusschaden

28.08.2014 | Von Julia Rickelt
Laufen & Meniskusschaden
Gesundheit
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LAUFZEIT und CONDITION-Leserin Karina K. fragt: Könnten Sie bitte ganz kurz zu meinem MRT-Befund des rechten Kniegelenks Stellung beziehen, da ich bzgl. des fachärztlichen Statements des Radiologen nicht so ganz durchblicke, der sich wie folgt geäußert hatte:

 

  • Gonarthrose sowie Retropatellar-Arthrose mit teils höhergradiger Chrondropathie,
  • ausgeprägte degenerative Meniskopathie des Außenmeniskus mit schräg zur Meniskusunterfläche ziehender Rissbildung im Hinterhornbereich,
  • Degenerationen mit intrameniskaler Rissbildung und beginnender Auffaserung der Meniskusunterfläche im Bereich des Hinterhorns im Innenmeniskusbereich,
  • keine Bandläsion, mäßiger synovialer Reizerguss im Kniegelenk, kein Nachweis einer Bakerzyste.

 

Gemäß diesem Befund hat mein behandelnder Orthopäde jetzt zeitnah eine Kniespiegelung vorgeschlagen, da er nicht bis Sommer warten wollte. Wie schlimm ist eigentlich der vorliegende Befund und muss man wirklich eine Kniespiegelung machen? Und was passiert, wenn ich die Spiegelung nicht machen lassen würde? Für die Beantwortung meiner Frage, danke ich Ihnen im Voraus, mit freundlichen Grüßen.

 

Sportarzt Dr. med. R. Ziegler aus Heppenheim antwortet: Kurz und schmerzlos hier die gewünschte Stellungnahme meinerseits:

 

  • Wohl im Gefolge Ihrer beidseitigen Abnutzung (Degeneration) am Innen- und Außenmeniskus des rechten Kniegelenks hat sich allmählich eine Kniegelenksarthrose im Bereich der gelenkigen Verbindung zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein entwickelt, da die normalerweise greifende Schutzfunktion der beiden Menisci offensichtlich nicht mehr ausreichend gegeben war. Beim Außenmeniskus wird die Sache noch kompliziert durch die vorhandene Rissbildung an der Unterfläche, also in Richtung des Schienbeinplateaus, was als zusätzlicher Entzündungsfaktor auf den Gelenkknorpel wirkt und damit den weiteren Knorpelabbau beschleunigt. Der im MRT beschriebene Reizerguss hängt damit zusammen. Zusätzlich haben Sie auch degenerative Veränderungen an der Rückfläche der Kniescheibe (Retropatellar-Arthrose), aus welchen Gründen auch immer, die ja vorliegendem Befund sogar ausgeprägter sind als im Bereich der Meniskusläsionen, also am Schienbein und am unteren Ende des Oberschenkelknochens.

 

  • Was ist Ihnen jetzt hier aus der Entfernung zu raten: Also, aus meiner Sicht muss hier auf jeden Fall operativ interveniert werden, um eine ansonsten weiter fortschreitende Knorpelschädigung möglichst zu verhindern. Mit Ihrem Operateur sollten Sie aber vorab genau durchsprechen, was während der Kniespiegelung (Arthroskopie) eventuell alles gemacht werden darf oder/muss. Wenn mit Ihnen vorab nur eine diagnostische Spiegelung vereinbart würde, dann darf auch nur ins Kniegelenk reingeschaut werden, aber nicht arthroskopisch operiert werden. Aber, ich denke, mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit einer „Kniespiegelung“ war seitens Ihres Orthopäden automatisch eine arthroskopische Operation ins Auge gefasst worden, was aber eben bei der Einwilligung zur Operation schriftlich genau festgelegt werden muss.
  • So, jetzt hoffe ich, Ihnen ein wenig weiter geholfen zu haben. Wann und wie es mit dem Sport dann wieder losgehen kann, hängt vom Befund unter direkten Sichtbedingungen und vom Ausmaß des Eingriffs ab.

 

Herzliche Grüße

Ihr Dr. Ziegler

 

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