Immer Ärger mit der Sehne!

16.05.2016 | Von val
Immer Ärger mit der Sehne!
Gesundheit
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LAUFZEIT&CONDITION-Leser Achim L. fragt: Hallo Herr Dr. Ziegler, ich bin 46 Jahre alt und seit 2011 leidenschaftlicher bzw. eher fanatischer Läufer. Ich habe letztes Jahr meinen ersten HM sowie im Oktober 2011 auch den ersten Marathon absolviert. Seit Januar 2012, also seit mehr als 8 Monaten, plagt mich eine entzündete Achillessehne. In den ersten Wochen habe ich das Problem nicht sonderlich ernst genommen, weil ich diese Symptomatik ja aus meiner Zeit als Fußballer kannte und ich somit sicher war, nach wenigen Wochen wieder schmerzfrei zu sein. Leider war dem aber nicht so und es begann ein langer Leidensweg mit allen möglichen Behandlungsansätzen wie Physiotherapie, Treppenübungen nach Dr. Knobloch, Osteopathie, Laser- und Stoßwellenbehandlung, Akupunktur, Quark- und Retterspitz-Wickel, Traumeel-Tabletten etc,, aber leider alles ohne Erfolg. Mein Sportarzt hat eine chronische Achillessehnenentzündung, eine sog. Achillodynie, diagnostiziert. Ich möchte mich nun einem operativen Eingriff unterziehen. Was halten sie davon und wen können Sie mir im Raum St. Wendel (Saar/Pfalz) empfehlen?

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler aus Heppenheim antwortet: Gemäß unseres Telefonats wurden ja mittlerweile per videogestützter Laufanalyse Hohl-Knick-Spreizfüße und ein Vorfuß-Varus (Fußaußenrand hängt tiefer als der Fußinnenrand) diagnostiziert, eine biomechanische Konstellation, die bei jedem Aufprall des Spielbeins beim Laufen (für Sekundenbruchteile beide Füße ohne Bodenkontakt) zu erheblichen Rotationskräften im Bereich der  Achillessehne führt, was Ihre Befundlage erklärt. Die meinerseits zusätzlich empfohlene Kernspin-Untersuchung ergab jetzt eine Partialläsion der Achillessehne etwa 6 cm oberhalb ihres Ansatzes am Fersenbein. Entsprechend möchte ich Ihnen bei dieser Befundlage Folgendes raten:

  • Tägliches exzentrisches Dehnen beider Achillessehne, d.h. Sie stehen barfuß am Rand einer Treppenstufe und senken den Fuß abwechselnd, soweit es geht. Zur Sicherheit halten Sie sich bitte am Geländer, zählen langsam bis 50 und wiederholen diese Übung 15 – 20 mal abwechselnd auf jeder Seite. Diese Wiederholungen praktizieren morgens und abends. Auf diesem Wege kann versucht werden die Versorgungs- und Strukturierungssituation der malträtierten Achillessehne wieder auf Vordermann zu bringen. Nach spätestens 6 Wochen muss hier eine deutliche Verbesserung eingetreten sein, was sich durch Rückgang bzw. Verschwinden Ihres bisherigen Beschwerdebildes äußert. Sonst bleibt, so leid’s mir tut, eigentlich nur noch die Operation, da die Gefahr eines kompletten Abrisses nicht von der Hand zu weisen ist.

 

  • Flankierend sinnvoll in Ihrer Situation zum Zwecke der gezielten Unterstützung der Restrukturierung  sind:
    1. Tragen des sogenannten MBT-Schuhs (MBT steht für Massai-Barfuß-Technik) unter Alltagsbedingungen,
    2. konsequenter Verzicht auf  tierische Produkte aus Mastbetrieben, Zucht-farmen und Legebatterien,
    3. mindestens 1 x pro Woche fetter Seefisch aus kalten Gewässern (Makrele, Wildlachs, Thunfisch, Sardine, Atlantik-Hering),
    4. 3 x pro Woche Verzehr eines Fruchtcocktails aus frischen exotischen Früchten (v.a. Baby-Ananas, Mango, Guave, Papaya, Litchi, Maracuja) wg. ihres hohen Bromelain-Gehalts (Bromelain = anti-entzündliches pflanzliches Enzym)
    5. genereller Alkohol-Verzicht für mindestens 8 Wochen,
    6. regelmäßige Einnahme eines Komplex-Homöopathikums für 6 Wochen, sinnvoller Weise kombiniert mit der hochdosierten Gabe von  langkettigen Omega-3-Fettsäuren im Grammbereich für 4 Wochen.

Ja, dann toi, toi, toi, auf dass Sie bald wieder beschwerdefrei laufen können !!!!!

Ihr Dr. Ziegler

Foto: ThinkstockPhotos-478162622

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