Olympiade in Rio: Licht und Schatten halten sich die Waage

22.08.2016 | Von val
Olympiade in Rio: Licht und Schatten halten sich die Waage
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Die Olympischen Spiele von Rio sind Geschichte. Zeit für uns eine kleine Bilanz der Mittelstrecken- und Langstreckenwettbewerbe aus deutscher Perspektive zu ziehen. Schon im Vorfeld der Spiele waren die Hoffnungen der Verantwortlichen des DLV auf Edelmetall gering. Und trotzdem hegte man im „stillen Kämmchen“ wohl doch den Glauben an eine Überraschung. Geza Felicitas Krause kam mit Platz sechs im 3.000 m Hindernis Rennen in neuer Deutscher Rekordzeit den Erwartungen noch am nächsten. Aber auch für die trainingsfleißige Hessin blieb der Traum von einer Medaille unerfüllt. Zu überzeugen  wussten auch Youngster Konstanze Klosterhalfen und „Nachrückerin“ Diana Sujew über 1.500 m. Für Klosterhalfen sprechen ihre Jugend und ihre Unbekümmertheit. Da ist noch viel zu erwarten. Die19-jährige Leverkusenerin steht noch am Anfang ihrer Karriere. Respektabel auch der Auftritt von Florian Orth über 5.000 m. Der Wahl-Regensburger und Schützling von Trainer-Ikone Kurt Ring lief mit 13:28 min seine zweitbeste 5.000 m-Zeit. Eine reelle Endlaufchance hatte Orth nicht. Was den EM-Dritten Richard Ringer geritten hat nach 500 m in seinem Vorlauf an die Spitze zu gehen, wird sein Geheimnis bleiben. Der Friedrichshafener musste für seinen Husarenritt teuer bezahlen und blieb mit seiner Zeit von über 14 Minuten deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Über 10.000 m war kein deutscher Starter qualifiziert. Qualifiziert hatte sich allerdings ein Quintett von deutschen Marathonis bei Frauen und Männern. In Abwesenheit der verletzten Arne Gabius (Stressreaktion im Becken) und Hendrik Pfeiffer (OP an der Achillessehne) fehlten der Deutsche Rekordhalter und der beste Nachwuchs-Marathonläufer. Nachrücker Julian Flügel und Philipp Pflieger liefen angesichts des Tropenklimas zuerst einmal vorsichtig an,  um auf der zweiten Streckenhälfte noch den einen oder anderen Konkurrenten  „kassieren“  zu können. Das gelang mit Bravour. Am Ende konnten beide Athleten mit ihren Plätzen im Mittelfeld zufrieden sein. Das durfte auch Anja Scherl. Die voll berufstätige Marathonläuferin lief auf einen beachtenswerten 44.Platz im an diesem Tage hitzeverwöhnten Rio. Zu dem Auftritt von Lisa und Anna Hahner ist schon fast alles gesagt. Händchen haltend zusammen ins Ziel laufend waren die Schwestern einzig für einige Fotographen ein lohnendes Motiv. Sportlich gesehen hätte man die Hahner-Twins durchaus ein paar Plätze weiter vorne erwarten dürfen.

Auf den DLV kommt in den kommenden Jahren bis zur Olympiade in Tokio 2020 mächtig Arbeit zu. Willige Talente gibt es einige. Jetzt gilt es diese entsprechend zu fördern und zu fordern. (val)

 

Foto: Nike / Gesa Felicitas Krause holte mit Platz 6 über 3.000 m Hindernis die beste Platzierung für den DLV auf den Mittel- und Langsstrecken in Rio.

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