Traditionscrosslauf von TuSEM Essen erlebt bereits 62. Auflage

16.01.2018 | Von val
Traditionscrosslauf von TuSEM Essen erlebt bereits 62. Auflage
Cross & Trail
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Die Westdeutsche Waldlaufserie des Turn- und Sportvereins Essen-Margarethenhöhe (kurz Tusem) gehört zu den ältesten Laufveranstaltungen in Deutschland. Bereits 1956 soll die Premiere des Crosslaufs gewesen sein, also sieben Jahre vor der Erstaustragung des ältesten, kontinuierlich durchgeführten deutschen Marathons, dem Marathon rund um den Baldeneysee, der ebenfalls von Tusem organisiert wird. Eine Dekade älter als die Waldlaufserie ist der Paderborner Osterlauf, die überhaupt älteste Laufveranstaltung hierzulande. Ein Dino ist aber nicht allein der Osterlauf, sondern auch der Cross auf der Margarethenhöhe, der am 13. Januar seine nun schon 62. Auflage erlebte.

Text und Fotos: Michael Schardt

Dabei handelt es sich um eine zweiteilige Laufserie an zwei verschiedenen Wochenenden im Januar oder Februar. Früher lagen zwischen den beiden Lauftagen in der Regel vier Wochen, heute finden sie an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen statt. Das ist nicht die einzige Änderung, die sich im Laufe der Jahrzehnte ergeben hat. Geändert hat sich öfters einmal die Distanz oder die Rundenzahl, geringfügig auch der Streckenverlauf und natürlich die angebotenen Wettbewerbe, weshalb es keinen Sinn macht, offiziell Streckenrekorde aufzulisten. Selbst für den jetzigen Hauptlauf gab es in den Tusem-Infoblättern unterschiedliche Angaben zur Streckenlänge.

Was sich aber nie geändert hat, war die Intention der Veranstaltung. Sie sollte klein, überschaubar und familiär bleiben und den Focus auf den Nachwuchs legen. So gelten fünf der acht Läufe der Jugend bis zur Altersklasse U16, und so wundert es auch nicht, dass die Schüler deutlich über die Hälfte der rund 350 Starter stellten. Das Logistikzentrum ist das Vereinsgelände von Tusem, und die zu laufende Waldrunde, das ist das alte Trainingsgelände der Leichtathletikabteilung, wie Gerd Zachäus am Rande der Veranstaltung verrät, der Orgachef des Baldeneysee-Marathons und Urgestein des Vereins. Die Strecke hat einen sehr festen Untergrund und ist auch bei schlechtem Wetter bestens zu belaufen. Die Runde ist etwa 1.700 m lang und weist 30 Höhenmeter auf. Im Hauptlauf sind fünf Runden zu laufen, also 150 Höhenmeter zu überwinden.

Die Wertung für die Serie erfolgt durch Zeitaddition beider Läufe und gilt für alle Wettbewerbe außer für die Bambini. Zudem gibt es eine getrennte Wertung für Läufer, die nur an einem der beiden Läufe teilnehmen. Siegerehrungen gibt es für die Schüler nach jedem Lauf, für die Erwachsenen allerdings nur für die Serie am zweiten Wettkampftag. Für die Serie muss man sich im Voraus anmelden.

Im Leistungslauf der Schüler war eine Runde zu absolvieren zuzüglich einer halben Stadionrunde am Anfang und Schuss, wodurch sich 2,1 km aufaddierten. Legt man die erreichten Zeiten, insbesondere der Jungs, zugrunde, könnte es auch sein, dass der Kurs kürzer ist. Schnellster Junge war Viktor Plümacher, ein Eigengewächs des Veranstaltervereins, der unter sieben Minuten blieb und 6:45 min benötigt. Es folgten Florian Soddemann von Germania Überruhr (6:52 min) und Damian Bader vom Styrumer TV (6:53 min). Bei den Mädchen kam es zu einen sehr knappen Einlauf. Anika Schepers vom LT Stoppenberg (7:38 min) siegte mit einer Sekunde Vorsprung vor Mannschaftskameradin Emilia Rehbein (7:39 min) und Hella Dahme (7:46 min) von Tusem.

Die Mittelstrecke führt über zwei Runden und ist 4,1km lang. Hier siegte Lukas Kagemeier vom Styrumer TV in der guten Zeit von 13:11 min vor Achim Baumgarth (SuS Schalke 96) in 13:25 min und Kjell Hamsen vom TRC Essen 84 in 13:52 min. Bei den Frauen waren zwei A-Jugendliche die flottesten. Laura Brinkmann von Germania Überruhr siegte in 16:59 min vor Lisa Gilles vom Werdener Turnerbund in 17:25 min und Iveta Schepers, Mutter der U16-Siegerin, in 18:01 min.

Hauptlaufsieger Lars Meier (ohne Verein) brauchte 33:03min für 9,7km

Hauptlaufsieger Lars Meier (ohne Verein) brauchte 33:03min für 9,7km

Abschließender Höhepunkt des Events war der anspruchsvolle Hauptlauf über 9,7 km. Dieser wurde bei Männern und Frauen zu einer überdeutlichen Angelegenheit für die jeweiligen Sieger. Der 30-jährige Lars Meier legte gleich ein furioses Tempo vor und sollte im Folgenden die meisten Teilnehmer einmal, manche sogar zweimal überrunden. Der Mann, der keinen Verein angegeben hatte, siegte in souveräner Manier in 33:03 min. Recht genau anderthalb Minuten später kam Michael Schramm vom ASV Duisburg als Vizemeister ins Ziel (34:31 min). Dieser wiederum hatte über eine Minute Vorsprung vor Hanno Wulbrand (ohne Verein), der in 35:36 min dritter wurde. Fast zweieinhalb Minuten hatte Sigrid Bühler vom LAZ Puma Rhein-Sieg während der fünf Runden auf ihre härteste Konkurrentin Katrin Wand (Germania Überruhr) herausgelaufen. Bühler siegte in guten 36:51 min vor Wand (39:18 min) und Sabine Schön (SV Gladbeck 13) in 40:32 min. Gewinnerin Bühler ist für die Serie gemeldet und wird diese auch gewinnen, außer sie ist verhindert. Männersieger Meier hat nicht für die Serie gemeldet, deshalb ist dort Michael Schramm favorisiert für den Gesamtsieg.

Das sehr umsichtige Orga-Team führt die acht Läufe zügig und die Ehrungen zeitnah durch. Einigermaßen Glück hatte man auch mit dem Wetter. Es war – für Januar – recht mild, und es blieb trocken. Die Sonne allerdings traute sich nur sporadisch und für kurze Zeit hervor.

Titelfoto: Start zum Hauptlauf

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