Dortmunder Indoor-Meeting feiert glänzende Neuauflage

22.01.2018 | Von val
Dortmunder Indoor-Meeting feiert glänzende Neuauflage
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Die Neuauflage des Indoor-Meetings in der Dortmunder Helmut-Körnig macht Appetit auf mehr- und da brauchen die Leichtathletik-Fans nicht lange warten. In vier Wochen finden an gleicher Stelle die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften (17./18. Februar) statt, und nach den guten Erfahrungen, die die mutigen Organisatoren beim Revival sammelten, wird es auch im kommenden Jahr voraussichtlich wieder eine Hallen-Veranstaltung in der Westfalenmetropole  geben.

Von Matthias Behrens (Text und Foto)

Allein der Auftritt von Deutschlands schnellsten Sprinterinnen war schon das Eintrittsgeld von acht Euro wert. Gina Lückenkemper rannte zum ersten Mal im Trikot des TSV Bayer Leverkusen- und gleich zum Sieg. Die 21-jährige Leverkusenerin fegte die 60 m in phänomenalen 7,11 sec  herunter  und  verbesserte damit ihre persönliche Bestzeit um drei Hundertstelsekunden.  Die Norm für die Hallen-Weltmeisterschaften vom 1. bis 4. Marz in Birmingham unterbot Gina Lückenkemper genauso wie die Zweitplatzierte Lisa Mayer (Sprinteam Wetzlar) mit 7,17 sec.  Bereits im 60m-Vorlauf hatte Gina Lückenkemper auf ihre augenblickliche Top-Form aufmerksam gemacht, als sie mit aufgezeichneten 7,16 sec nur zwei Hundertstelsekunden über ihrer persönlichen Bestzeit (2017) blieb.

Zum Vergleich: Gina Lückenkemper begann 2017 die Hallensaison beim PSD Bank Meeting in Düsseldorf mit 7,19 sec über 60 m. „Ich habe in letzter Zeit sehr viel  an meinem Start gearbeitet. Das hat sich heute ausgezahlt.Ich bin nun gespannt, wie es weitergeht, aber ich muss das erstmal vom Kopf verarbeiten,“ erklärte Gina Lückenkemper. Ihre nächsten Stationen bilden das ISTAAF in Berlin sowie die Meetings in Karlsruhe und Düsseldorf. Und natürlich die  deutschen Hallenmeisterschaften am 17./18. Februar in Dortmund, bei denen Gina Lückenkemper ihren 60 m-Titel erfolgreich verteidigen möchte. Über einen Start bei den Hallenweltmeisterschaften hat sie sich noch keine Gedanken, schließt ihn aber nicht aus.

Unter die Sprinterinnen mischte sich zum Hallenauftakt Hürdenläuferin Pamela Dutkiewicz und hinterließ dabei einen überzeugenden Eindruck.  Mit  7,35 sec verbesserte die WM-Dritte über 100 m-Hürden auf der für sie ungewohnten 60 m-Flachdistanz als Überraschungsdritte ihre vier Jahre alte Bestzeit um 19 Hundertstelsekunden. „Ich habe riesig auf dieses Rennen gefreut, weil ich auf der Flachdistanz nichts zu verlieren hatte. Der reine Sprint war für mich schon eine gewisse Umstellung, denn die Geschwindigkeit, die Schrittlänge und das Warming-Up sind im Hürdenlauf ganz anders,“ erläuterte die 26-jährige Wattenscheiderin. Ihren Einstand über die Hürden gibt Pamela Dutkiewicz beim ISTAF Indoor am 26. Januar in Berlin. Anschließend startet die angehende Lehrerin in ihrer Spezialdisziplin am 6. Februar beim PSD Bank Meeting in Düsseldorf.

Wegen einer Erkältung musste Alexandra Wester (ASV Köln) kurzfristig absagen. Dennoch standen die Weitspringerinnen im Blickpunkt. Es siegte die Kubanerin Yariadmis Arguelies mit guten 6,58 m vor Nadja Käther (Hamburger SV, 6,55 m) und Malaika Mihambo (LG Kurpfalz, 6,52 m), die am 14. Januar in Mannheim bereits 6,54 m erzielte.

Erik Balnuweit (TV Wattenscheid) ist bisher problemlos durch den Winter gekommen und fühlt sich somit in einer hervorragenden Form. Daher ärgerte er sich riesig über seinen Fehlstart im 60 m-Hürden-Finale. Im Vorlauf hatte der Wattenscheider beachtliche 7,75 sec erzielt. Nun setzt der fünffache deutsche Hallenmeister auf seinen Start beim PSDBank Meeting am 6. Februar in Düsseldorf.

Auf einem recht hohen Niveau stand der 60 m-Hürdensprint der Frauen, in dem  Olympiateilnehmerin Nadine Hildebrand (VfL Sindelfingen) als Siegerin vor Ricarda Lobe (MTG Mannheim, 8,11 sec) und Monika Zapalks (TV Wattenscheid, 8,27 sec) mit starken 8,03 sec deutlich unter der Hallen-WM-Norm von 8,14 sec blieb.

Eine starke Vorstellung bot auch Peter Emelieze (ASV Köln), der über 60 m in 6,61 sec Robin Erewa (TV Wattenscheid, 6,71 sec) das Nachsehen gab. Mit seiner neuen persönlichen Bestzeit war der Kölner genauso schnell wie tags zuvor der mehrfache Deutsche Meister, Julian Reus (LAC Erfurt).  Gleichzeitig unterbot der der Hallen-WM-Norm. Über 200 m gefiel  Maurice Huke (TV Wattenscheid) als Sieger mit 21,25 sec. „Darauf kann ich gut aufbauen,“ freute sich der Wattenscheider.

Die gleiche Meinung vertrat die noch zur Jugendklasse zählende Sophia Junk (LG Rhein-Wied), die über 200 m in 24,09 sec ungefährdet war.  Auf die Frage von Moderator Wolf-Dieter Poschmann, ob sie demnächst nicht einmal zur 400 m-Strecke wechseln wolle, antwortete sie: „Das ist sicherlich für mich reizvoll. Aber zunächst konzentriere ich mich weiter auf die 200 m-Distanz.“

Im gut besetzten 1.500 m-Lauf der Männer konnte Marius Probst (TV Wattenscheid) seine Spurtstärke nicht ausspielen. Im Finish musste der U23-Europameister in 3:44,91 min den beiden Spaniern Jesus Gomez (3:44,33 min) und Saul Ordonez (3:44.64 min) den Vortritt lassen..

Für Stabhochspringerin Katharina Bauer (Bayer Leverkusen) war 2017 wegen einer schweren Handverletzung, die sie sich im französischen Montreux zuzog, lediglich ein Übergangsjahr. Die 27-jährige ehemalige Kunstturnerin, die in der Halle bereits 4,60 m (2015) meisterte, steckt wieder voller Pläne.  In Dortmund schwang sie sich  über respektable 4,52 m  und setzte sich damit vor Stefanie Dauber (SSV Ulm, 1846, 4,40 m) und Martina Schultze (LAV Stadtwerke Tübingen, 4,40 m) durch.

Im Vorprogramm erzielten die Jugendlichen Mohumed Mohamed (3:52,93 min) und Elias Schreml (3:54,00 min) im 1.500m-B-Lauf jeweils eine neue persönliche Bestzeit. Einen Tag nach ihrem 1.500 m-Titelgewinn bei den westfälischen Hallenmeisterschaften zeigte Lea Kruse (FC Schalke 04) keine Spur von Müdigkeit und überzeugte bei ihrem überlegenen Erfolg in 2:13,51 min. Am 7. Januar ist sie die Vier-Runden-Distanz schon einmal in 2:12,01 min gelaufen.

Nach den positiven Erfahrungen, die man nach der Neuauflage des Indoors Meetings sammelte, zeigt man sich im Lager der LG Olympia Dortmund entschlossen, diese Veranstaltung auch in Zukunft fortzuführen. Organisationsleiter Bernhard Bußmann weist  jedoch darauf hin, dass es diesbezüglich keinen Automatismus gibt: „Wir werden uns in Kürze zusammensetzen und die Neuauflage analysieren. Dabei dürfen wir nicht nur die Zuschauerzahl im Blickfeld haben. Wenn wir die Veranstaltung weiter ausbauen möchten, benötigen wir auch weitere Sponsoren. Diese Frage wird genauso wichtig sein,“ erklärte Bußmann.

Thomas Kremer, Athletenkoordinator und Vorstandsmitglied der LG Olympia Dortmund, scherzte bei der Pressekonferenz: „Wenn wir bei der Abschlussbilanz unter dem Strich mit einer roten Null abschließen, sind wir für den Anfang schon hochzufrieden.“

Foto: Der Neu-Wattenscheider Julius Scherr (U23) und der Dortmunder Mohammed Mohumed (U20) beim Kampf um Zeiten und Plätze beim B-Lauf 1.500 m.

 

 

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