H.I.T., Black Roll und noch mehr so Zeugs …

21.02.2016 | Von val
H.I.T., Black Roll und noch mehr so Zeugs …
Trailrunning / Trailgeflüster
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Wird mal Zeit, sich um alternative Trainingsmethoden zu kümmern. Dieses ganze Military-Gewäsch und die Berichte über hochintensive Trainingseinheiten sind ja dermaßen omnipräsent, dass mir schon wieder die Lust an deren Ausübung vergeht. Denn Alle machen es. Body Builder, Ausdauerathlet, Fitness Junkie, Hausfrau, Senioren. Alle springen und hampeln sich ab als gäbe es kein Morgen. Ich finde das befremdlich. Das wäre genau so, als würden plötzlich alle Läufer in Kompressions-Socken rum rennen….

 

…oje, machen fast alle, schlechter Vergleich also.

Na gut, dann wäre es eben so, als würde Jeder beim Sport ein rosa Stirnband mit Nieten tragen. Schaut bescheuert aus, ist aber eben ein Trend. Das Training ist zweitrangig, Hipp sein ist in.

Und so schlendere ich durch die Muckibude um zu sehen was denn so geht. Ich flaniere durch die Testosteron geschwängerte Luft und sehe springende Hampelmänner; Kniebeuge-Liegestütze-Strecksprung-Kniebeuge-Liegestütz-Strecksprung…..

Die meisten Protagonisten halten das keine 5 Male durch und belassen es bei einem Durchgang. Hoch intensiv schaut eigentlich anders aus. Aber das wäre ja anstrengend. denn diese Einheit haut schon ordentlich rein. Wenn sie denn richtig ausgeführt wird. Trotzdem würde ich sie nicht im Studio machen. Da käme ich mir ja vor wie ein Nietenstirnbandträger in rosa.

Aber im Wald, bei meinen Läufen, draußen an der Luft, da hab ich das dann doch mal ausprobiert. Heimlich ran getastet, quasi. Ich also allein auf weiter Flur am Wegesrand rumgesprungen, da kam prompt eine mir bis dato unbekannte Laufgruppe des Weges gejoggt. Voll peinlich.

Doch dieses H.I.T. machte irgendwie Laune und so versteckte ich mich beim nächsten Mal tiefer im Unterholz, ohne Gefahr zu laufen, Zuschauer zu haben. Hoch intensives Training im Gehölz. Ein Reh flüchtete und blieb somit vermutlich am Leben. Hätte es meine Leibesübungen länger beobachtet, es wäre vor Lachen wahrscheinlich tot umgefallen. Oder aber es hätte gedacht: „Immer diese Trailrunner mit ihren Flausen im Kopf und Pudding in den Hufen“.

Und dann hätten wir da noch Crossfit.

Ich bin ja des Öfteren in den USA. Also wenn bei uns diese Bewegung so einschlägt wie dort, dann werden stinknormale Fitness-Studios bald zu machen können. Denn ein Crossfit-Athlet benötigt trivial ausgedrückt nur noch ein Baugerüst, Taue, Bälle und ein Trampolin. Man kommt sich vor wie bei einem Hindernisparcours auf dem Truppenübungsplatz. Und im Prinzip sind wir damit auch schon bei den Survival- und Obstacle-Runs angekommen. Wer läuft denn heute noch einen Marathon? Es muss schon ein Strongman, Urban-Run oder Obstacle-Race sein. Hauptsache schmutzig und mit viel Matsch und Hindernissen. Fehlt der heutigen Jugend etwa die Wehrpflicht, oder warum sind diese Drecksschlachten so ein Erfolg? Es wäre interessant, einmal eine Statistik zu erstellen. Ich behaupte mal, dass ein erheblich hoher Anteil an Ü 40 Startern der dort mit läuft, ehemalige Soldaten sind, die, in Erinnerung schwelgend, sich freuen endlich mal wieder die Sau rauslassen können. Dafür findet man bestimmt keinen einzigen Athleten, der den Wehrdienst damals verweigert hat.

Und wie viele der restlichen, jüngeren Teilnehmer wären gerne für 12-20 Monate zur Bundeswehr, würde sie denn noch in ihren alten Gefügen bestehen? Wäre echt mal wert statistisch erfasst zu werden. Die Frauen lassen wir bei einer solchen Erhebung einmal außen vor. Fakt ist, dass der Spaßfaktor bei diesen Veranstaltungen im Vordergrund steht. Demnach zwar nichts für alte Wettkampfschweine, trotzdem eine gute Sache. Ich bin nämlich für jede Art von Sport. Denn wir Menschen bewegen uns einfach viel zu wenig. Und wer sich draußen bewegt, der hat Zeit für sich selbst, kriegt den Kopf frei. Vorausgesetzt er knallt nicht an den nächsten Laternenpfahl weil er vor lauter Handy-Bildschirm-Geglotze den Weg übersieht.

Geht raus und genießt Bäume, Berge, Bäche und eure eigene Bewegung. Ladet den mentalen Akku auf und fordert euren Körper. Wie gut das tut weiß jeder meiner Leser, da wett ich drauf. Ihr seid wie ich. Oft im Gelände, im Park oder auf dem Berg und bekommt auch den Kopf frei von allem Ballast. In Zeiten wie diesen ist ein freier Kopf wichtig. Zu viele Dinge passieren gerade vor unserer Haustüre und in unserem eigenen Hof.

Aber zurück zu alternativen Trainingsmethoden. Seit drei, vier Jahren revolutioniert eine ausgehöhlte Kunststoffrolle den Markt der Bewegungstherapie.

Es handelt sich dabei um die Black Roll, eine Schaumstoffrolle, die die Faszien massiert. Und hier könnte ich jetzt referieren bis zum Morgenrot, denn ich liebe dieses Ding so sehr, dass meine Liebste mir schon verboten hat, das Ding mit ins Schlafzimmer zu nehmen.

Aber darüber ein andermal mehr. Die Black Roll kommt nächste Woche dran.

Versprochen!

Darüber berichte ich nächste Woche, hier im Blog. (Euer Andreas Eberhardt)

 

Foto: Thinkstock/ MaxRiesgo: Schlingentraining in der Gruppe

 

 

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