Hallen-DM: Klosterhalfen pulverisiert Ur-Altrekord

19.02.2018 | Von val
Hallen-DM: Klosterhalfen pulverisiert Ur-Altrekord
Allgemein
0

 

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluß und es war das perfekte Geschenk zum 21-jährigen Geburtstag und ein krönender Abschluss zweier ereignisreicher Wettkampftage bei der Hallen-DM in Dortmund: Konstanze Klosterhalfen (LG Bayer Leverkusen) rannte die 3.000 m in einem irrsinnigen Tempo gegen die Uhr – angefeuert wurde der Shooting-Star der Mittel- und Langstrecke von 4.000 begeisterten Zuschauern, die sich von ihren Plätzen erhoben und die Ausnahmeläuferin lautstark auf dem Weg zu einem neuen deutschen Hallenrekord unterstützten. Im Ziel war die 30 Jahre alte Bestmarke von Kathrin Ullrich-Weßel (8:41,79 min) mit 8:36:01 min um fast sechs Sekunden unterboten. Ein erneuter Quantensprung der jungen Frau aus dem Rheinland.

„Als ich gesehen habe, dass die Deutschen Hallenmeisterschaften an meinem Geburtstag stattfinden, habe ich mich sehr gefreut“, sagte Klosterhalfen und bedankte sich beim Publikum in der ausverkauften Helmut-Körnig-Halle. Auf Platz zwei lief Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier; 8:54,08 min), auf Rang drei mit neuer Bestleistung Caterina Granz (LG Nord Berlin; 8:56,29 min), die noch an Titelverteidigerin Alina Reh (SSV Ulm 1846; 9:02,42 min) vorbeiziehen konnte

Favoriten-Siege über 800 m für Marc Reuther und Christina Hering

Ein souveränes Rennen von der Spitze lieferte WM-Teilnehmer Marc Reuther über 800 m. Gefolgt von seinem Wiesbadener Vereinskollegen Dennis Biederbick (1:49,44 min), der am Ende Silber holte, bestimmte der U23-EM-Dritte das Tempo über die vier Runden. Nach 1:48,39 min war der erste Erwachsenen-Meistertitel perfekt. „Ich bin sehr zufrieden, der Druck war doch sehr hoch“, meinte Reuther bei der Siegerehrung. Zur Hallen-WM-Norm (1:46,50 min) hatte bei seinem besten Lauf in dieser Saison nur eine Hundertstel gefehlt, womöglich reicht es dennoch für eine Reise nach Birmingham.

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Frauen: Christina Hering (LG Stadtwerke) setzte sich direkt an die erste Position und gab diese bis zum Ende nicht mehr ab. Die WM-Halbfinalistin holte sich in 2:06,93 min den vierten Hallen-Titel in Folge. „Jetzt kann ich zufrieden die Vorbereitung auf den Sommer starten“, meinte die 23-Jährige.

Finale über 1.500 m mit Julius Scherr (TV Wattenscheid) an der Spitze / Foto: Peter Busse

Finale über 1.500 m mit Julius Scherr (TV Wattenscheid) an der Spitze / Foto: Peter Busse

Ein packendes Finish über 1.500 m entschied Sebastian Keiner (LAC Erfurt Top Team; 3:50,12 min) vor Martin Sperlich (VfB LC Friedrichshafen; 3:50,32 min) und Marvin Heinrich (Wiesbadener LV; 3:50,34 min) für sich. Lange Zeit hatten sich Favoriten belauert und anderen wie dem Neu-Wattenscheider Julius Scherr zunächst den Vortritt gelassen.

Bei den Frauen übernahm Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt; 4:30,54 min) nach einem gemächlichen Start die Initiative und rannte zum Titel vor Hanna Klein (SG Schorndorf). „Ich habe mein Herz in die Hand genommen und freue mich auf meine erste Hallen-WM“, sagte Sujew, die am Vortag nachträglich EM-Silber von 2012 erhalten hatte. Für viele der Besucher der Dortmunder Körnig-Halle doch eine kleine Überraschung. Denn gerade im Vorlauf hatte Hanna Klein mit einem perfekten Lauf ihre Titelambitionen angedeutet. Aber Diana Sujews Antritt im Finale konnte auch eine Hanna Klein an diesem Tage nicht ganz folgen.

Einen spannenden Endspurt lieferten sich auf den 3.000 m die beiden Ticket-Inhaber der Hallen-WM-Norm Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen; 8:10,14 min) und Clemens Bleistein (LG Stadtwerke München; 8:10,23 min). Der lange das Tempo dominierende Ringer ließ den aufkommenden Münchner auf den letzten Metern aber nicht mehr vorbei. Zu Bronze lief der Studenten-Weltmeister über 1.500 Meter Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald). Vor allem Clemens Bleistein erlebt in der Hallensaison in diesem Winter einen zweiten Frühling. Der angehende Mediziner wollte schon in der Vorsaison angesichts reduzierter Förderung und mangelnder Perspektive  seine  internationale Karriere beenden, nun aber geht’s für ihn in Richtung Birmingham zur Hallen-WM. Für den Wahl-Münchener eine frohe Kunde.

Vorlauf über 1.500 m der Frauen / Foto: Valentin

Vorlauf über 1.500 m der Frauen / Foto: Valentin

Fazit der zweitägigen Meisterschaften von Dortmund: Dortmund und die Westfalen haben sich und die Leichtathletik neu erfunden. Der DLV sieht das genauso und belohnte die Entwicklung mit der Vergabe derTitelkämpfe 2021 an die Westfalenmetropole und die mitausrichtende LG Olympia Dortmund.

(Pamela Ruprecht (DLV-Medienservice)/val)

Titelfoto: Peter Busse / Anspannung vor dem Start über 3.000 m. Gesa Felicitas Krause (2.) rechts und die neue Rekordhalterin Konstanze Klosterhalfen (links)

Mehr über die Hallen-DM in Dortmund lest Ihr in der Printausgabe Eurer LAUFZEIT&CONDITION

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *