Aus für Dortmunder Citylauf nach 33 Jahren

21.02.2018 | Von val
Aus für Dortmunder Citylauf nach 33 Jahren
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46 Leichtathletik-Veranstaltungen wurden 2017 in Dortmund in der Helmut-Körnig-Halle, dem Stadion Rote Erde sowie bei Wald- und Straßenläufen durchgeführt, bei denen mehr als 15.000 Athleten an den Start gingen. Dabei ist der Sparkassen Phoenix-Halbmarathon am Phoenixsee einschließlich der Schulmeisterschaften mit rund 4.000 Langstrecklern der absolute Spitzenreiter, vor dem AOK-Firmenlauf, bei dem etwa 2.000 Lauffreudige die Schuhe schnürten.

In der Roten Erde bestätigte der stets stark besetzte Läuferabend des LC Rapid mit hohem Leistungsniveau seinen guten Ruf. Die Körnighalle war neben zehn Sportfesten der Dortmunder Vereine, die fast 6.000 Athleten an die Strobelallee lockten, Schauplatz bei drei Landes- und Regional- Meisterschaften.

Ähnlich wird es auch 2018 sein, aber die Dortmunder Leichtathletik wird um eine traditionsreiche Veranstaltung ärmer sein. Nach 33 Jahren verschwindet der Dortmunder City-Lauf aus dem Kalender. Volker Hartmann, der in früheren Jahren zum Organisationsteam gehörte, sagt: „Zwar hat sich die Laufszene verändert, aber in einer Stadt mit 600.000 Einwohnern müsste ein City-Lauf seinen Platz finden.“ Er erinnert daran, dass einmal 2.000 Startnummern ausgegeben wurden und für den 5.000-m-Wettbewerb durch die zahlreichen Meldungen keine weiteren Teilnehmer zugelassen werden konnten. Das ist Vergangenheit. Obwohl man sich große Mühe gab, das Umfeld an Start und Ziel attraktiver zu gestalten, ist es nicht gelungen, aus dem City-Lauf einen „Event“ zu machen und den Abwärtstrend zu stoppen.

Personelle Kapazitäten sind begrenzt

„Unser Marketing und die Werbung waren nicht gut genug. Außerdem lief es organisatorisch nicht rund. Aber unsere personellen Kapazitäten sind begrenzt und um für alle Aufgaben bezahlte Helfer einzusetzen, fehlt das Geld. Außerdem kann es nicht sein, dass unsere eigenen Leistungsträger nicht an den Start gehen können, weil sie als Mitarbeiter gebraucht werden“, meint der Präsident der LG Olympia Dortmund Jörg Lennardt. Aber nicht nur das. Fest steht, dass die Innenstadt nicht genug in den City-Lauf einbezogen wurde und sich Gastronomie und Geschäfte nicht damit identifizierten. „In den kleineren Städten ziehen alle örtlichen Händler als Sponsoren mit. Das bringt mehr Geld, mehr Teilnehmer und mehr Zuschauer“, erklärt der Sportliche Leiter der LGO, Pierre Ayadi.

Werner Koglin von der Viermärker WG kritisiert: „Die neue Streckenführung war zu eckig und für gute Zeiten nicht geeignet.“ Günter Schrogl, Trainer des LC Rapid, meint: „Die Strecke ist weder schnell noch schön.“ Darüber hinaus sieht er das große Angebot konkurrierender Veranstaltungen als eine Ursache für den Niedergang und stellt fest: „Die starken Läufer starten oft bei zeitgleich ausgetragenen Titelkämpfen und die Hobbyläufer geben attraktiveren Rennen den Vorzug.“

„Es gibt sicher viele Gründe, die zum Ende einer Veranstaltung führen. Die noch laufende Urlaubszeit sowie die erst kurz zuvor beendeten Schulferien könnten eine Rolle spielen“, so Rüdiger Arnold, Chef des LT Bittermark. Auch er kritisiert die neue Streckenführung, meint aber: „Man muss sich jedoch fragen, warum kommerzielle Läufe in Dortmund so gut Fuß fassen.“ Er schlägt vor: „Es wäre doch einmal etwas für Sportstudenten im Rahmen einer Studie nach Gründen zu suchen.“

Seiner Meinung sollte man den Dortmunder City-Lauf nicht endgültig begraben und nach Wegen suchen, um ihn in attraktiverer Form wieder aufleben  zu lassen. (Horst Merz)

Titelfoto: Peter Busse

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