Ohrdruf: Mekka der nationalen Crosselite

11.03.2018 | Von val
Ohrdruf: Mekka der nationalen Crosselite
Cross & Trail
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Die Kleinstadt Ohrdruf idyllisch am Nordrand des Thüringer Waldes gelegen scheint sich immer mehr zum „guten Wohnzimmer“ der besten Deutschen Läuferinnen und Läufer zu entwickeln. Nach den nationalen Straßenlaufmeisterschaften 2005, den Langstrecken-Titelkämpfen über 10.000 m 2015 und den Crossmeisterschaften 2012 vergab der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) die Titelkämpfe im Cross erneut nach Thüringen. Auf dem zuschauerfreundlichen Terrain nahe dem „Sportparkgelände am Goldberg“ gab die Creme de la Creme der Deutschen Mittel- und Langstreckler ihr Stelldichein. Trotz der im Vorfeld grassierenden Grippewelle fanden sich stattliche Teilnehmerfelder von der U18 bis zur M/W 80 zusammen. Da fehlte kaum einer der ambitionierten Läuferinnen und Läufer vor Ort.  Und auch der Wettergott hatte ein Einsehen mit den Sportlern. Rechtzeitig hatte er einen „Hauch von Frühling“ über die Gipfel des Thüringer Waldes in Richtung nach Ohrdruf entsandt. Bei angenehmen Temperaturen von um die 10°C und sonnigem Wetter störte nur ein mitunter auffrischender Wind etwas. Ansonsten waren die Rahmenbedingungen tiptop für einen Crosslauf dieser Qualität. Das Geläuf matschig bis tief, die Anstiege kurz und knackig und die Stimmung prächtig. Den gefürchteten Schlittenhang hatten die Organisatoren im Vorfeld gestrichen um mögliche Gefahren durch Stürze zu entschärfen. Eine 1.800 m lange Einführungsrunde und danach je nach Streckenlänge eine 1.200 m Folgerunde ließen die Zuschauer immer einen optimalen Blick über das Renngeschehen erhaschen.

 

Angesichts eines solchen Rahmens geizten auch ein Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) im Königslauf der Männer über 9,9 km mit seiner erfolgreichen Titelverteidigung,  ein Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) mit einem famosen Finalsprint auf der Mittelstrecke (4,1 km) gegen einen sich lange erfolgreich wehrenden Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg) oder eine doch überraschende Siegerin bei der Frauen Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) über 5,2 km, nicht mit guten Leistungen. Hier hatte man der 21-jährigen Alina Reh (SSV Ulm 1846) Cross-Europameisterin in der U23 des Vorjahres die etwas größeren Chancen eingeräumt. Aber Alina Reh, die sich im Dezember noch mit den Folgen einer Bänderverletzung herumplagen musste, klebte in Ohrdruf das Pech an den Crosspikes. Nach dem sie 2 Runden mit der neuen Deutschen Meisterin Elena Burkard an der Spitze gelegen hatte, warf sie ein Sturz in einer unübersichtlichen Schlammpassage aus der Bahn. Mit schmerzverzehrten Gesicht und gezeichnet an Händen und Füßen lief die Schwäbin das Rennen tapfer zu Ende und durfte sich am Ende wenigsten noch über den U23-Titel bei den Juniorinnen freuen.  „Das war ärgerlich. Aber nach dem Sturz war Elena schon ein gutes Stück enteilt und ich damit chancenlos. So ist das im Cross eben.  Ich hoffe nur, dass ich mich nicht schwerer verletzt habe. Denn nun steht die unmittelbare Saisonvorbereitung mit einem richtungsweisen Trainingslager auf dem Programm“,  sprudelte es aus einer sichtlich enttäuschten Alina Reh heraus. (val)

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Ergebnisse: https://www.dlv-xml.de/Storage/EventFiles/18L00000001805101/444914.pdf

Fotos: Jörg Valentin / Start der Frauen, Juniorinnen, Altersklassen W35-45

 

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