Olympia 2032 in NRW: Es muss viel passieren

27.04.2018 | Von val
Olympia 2032 in NRW: Es muss viel passieren
Im Wort
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SID meldete am 18.4.2018 bei leichtathletik.de: „Eine Bewerbung von Nordrhein-Westfalen für die Olympischen Sommerspiele 2032 nimmt immer mehr Gestalt an. Die ersten Spiele in Deutschland seit 1972 sollen der Region zu mehr Wachstum und Aufmerksamkeit verhelfen, mit Bochum konnte bereits die 14. Kommune eingebunden werden. Ein entsprechendes Konzeptpapier übergab Initiator Michael Mronz in Düsseldorf an die Vertreter aus der Landes- und Sportpolitik. Er wies darauf hin, dass es sich bei dem Konzept nicht um eine fertige Bewerbung handele. Vielmehr stelle das Papier ein Angebot zur Diskussion dar, wie eine kostenbewusste sowie ökologisch und ökonomisch nachhaltige Ausrichtung der Olympischen Spiele aussehen könnte“. 

Von Lothar Pöhlitz

Es scheint ernst zu werden, die Jugend der Welt soll nun zu Olympischen Spielen nach Deutschland eingeladen werden. Und Nordrhein-Westfalen gibt sich die Ehre. Toll, weil man sich sicher sein kann das sie es können werden.

Die Aufforderung zur Diskussion wird hiermit angenommen.

Am besten wäre, wenn Landesvater Armin Laschet Olympia 2032 – der weltweiten Bedeutung angemessen – zur Chefsache machen würde, damit er auch nach Olympia auch stolz auf sein „Sportland Nordrhein-Westfalen“ sein kann. Da müssen nicht nur einige Millionen zusätzlich locker gemacht werden, sondern es bedarf dringend einer Nachwuchs- und Schulsport-Wende, wenn „Hochbegabte“ 2032 für deutsche Erfolge in vielen Sportarten sorgen sollen.

Neben den bereits ersten Überlegungen zur Wettkampf-Organisation, den Sport-stätten, dem Olympischen Dorf und den freiwilligen Helfern, müssen vor allem die Anstrengungen als Aufgabe „Hochleistungs- und Nachwuchsleistungssport für Erfolge“ nicht nur in NRW schnell vervielfacht werden, weil …

… Hochbegabte etwa 10 Jahre zur Vorbereitung auf das Hochleistungstraining brauchen, dazu weitere 4 Jahre um für Olympische Medaillen bereit zu sein. Schließlich sollen wir doch vorn dabei sein. Und Medaillen können nur hoch-begabte Talente schaffen.                                                  

Wer derzeit sportliche Spitzenleistungen vollbringt – im Jahr in der in der Berichterstattung der Medien von den Olympischen Winterspielen „die nur Vierten“ schon die ersten Verlierer waren –  wird 2032 kaum noch nach Medaillen greifen können. Also braucht man für diese Olympischen Spiele in Deutschland für die verbleibenden 14 Jahre vor allem eine „Offensive im Nachwuchsleistungssport“ – nicht nur in NRW, damit am Ende auch gut und umfassend vorbereitete Athleten in ihrem „Heimspiel“ Land, die Medien und unsere immer noch leistungssportbegeisterten Fans auch mit Olympia-Medaillen erfreuen und stolz machen können. Am besten es wird keine Zeit mehr verloren, wie derzeit mit der Verabschiedung der BM/ DOSB–Spitzensportreform, wo sich zeigt das der „Kampf des deutschen Spitzensports um seine Zukunft“ noch lange nicht gewonnen ist.

Alle wollen Stolz sein auf Deutschlands Leistungsfähigkeit – besser sein als die anderen – wollen Medaillen. Die Fans – die kleinen und großen Sportler und ihre Trainer – die Funktionäre – BMI und DOSB – die den Leistungssport begleitenden Teams und natürlich die Medien. Die Winter- Olympics und die TV-Einschaltquoten haben dies bewiesen. Auch diesmal war wieder deutlich,  es ging um Gold – Silber oder Bronze,  ein „nur“ 4.Platz war schon eine Enttäuschung.

Aus langjähriger Arbeit und damit gesammelten Erfahrungen im Hochleistungssport ergeben sich für die Vorbereitung Hochbegabter für die Olympischen Sportarten als Voraussetzung für Erfolge vor allem 3 Arbeitsschwerpunkte, wenn sie nicht nur in 10 Jahren auf das Hochleistungstraining vorbereitet werden sollen, sondern in den dann noch verbleibenden 4 Jahren auch noch Wettkampferfahrung gegen die Weltbesten für den Kampf um Medaillen 2032 sammeln sollen. Das erfordert ein gemeinsames, am besten deutschlandweites, Nachwuchsleistungssport-Konzept und ein baldiges Beginnen für alle die ab sofort für die Verwirklichung dieser Olympia-Ziele mitverant-wortlich wären.

Die Zukunft sportlicher Erfolge und der Konkurrenzfähigkeit des deutschen Spitzensports im Weltmaßstab und bei Olympischen Spielen hängt aus Trainersicht vor allem von der Lösung der 3 folgenden Schwerpunkte ab:

* Sichtung und Talentauswahl Hochbegabter in den LV und ihre Vorbereitung auf das Hochleistungstraining durch entsprechendes Fachpersonal (nicht nur Trainer) in Leistungszentren und Eliteschulen des Sports

* Die Leistungszentren und Eliteschulen des Sports hochleistungstauglich machen und (das schließt eine mögliche duale Sportler-Karriere ein) durch Fachpersonal und sportmedizinisch-physiotherapeutische Begleitung Erfolge möglich machen

 * Regierung/GroKo und Landesregierungen beauftragen ihre Bildungsminister (Bund: Anja Karliczek (CDU) -/in NRW – Bildungs- und Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) den Schulsport aus der „Katastrophe“ zu führen und alle Eliteschulen des Sports zu echten Spezialschulen für Sport weiter zu qualifizieren.

Leistungssportliches Training an Leistungszentren und Spezialschulen für Sport mit Medaillenzielen bei OS, muß als eine besondere Qualität von spezialbildendem Training bzw. Sportunterricht für Begabte verstanden werden.  Man könnte sich als neues Motto „Eliteschulen sind Zentren für Bildung & Leistungstraining“ vorstellen.

Lothar Pöhlitz

Lothar Pöhlitz – Foto: privat

*Lothar Pöhlitz – Dipl.- Sportlehrer für Leistungssport / Sportwissenschaftler / DLV-Bundes-trainer 1980 – 1998 i. R. / Bis 1998 langjährige Lehre an der Trainerakademie und DLV-Trainerschule

 

 

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