11. Kölner Firmenlauf: 6.500 Starter in 166 Teams

29.04.2018 | Von val
11. Kölner Firmenlauf: 6.500 Starter in 166 Teams
Allgemein
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Innerhalb der deutschen Laufszene dürften es insbesondere die Firmenläufe gewesen sein, die bezüglich der Veranstaltungszahlen wie auch der Beteiligung im letzten Jahrzehnt den größten Zuwachs erlebten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: sicherlich spielt der Teamgedanke eine wichtige Rolle, der auch Teilnehmer in großer Zahl an den Start bringt, die sonst im ganzen Jahr nicht laufen, dann sind die Distanzen eher moderat und für fast jeden zu schaffen, und der Wettbewerbsgedanke ist weit nach hinten gedrängt, was insbesondere Frauen zur Teilnahme animiert. Fördernd ist sicherlich auch, dass viele Firmen die Startgelder übernehmen und zwei, drei Arbeitsstunden für ihre Mitarbeiter freimachen. Möglicherweise ist auch hilfreich, dass die Firmenläufe in aller Regel in der wärmeren Jahreszeit an einem Arbeitstag mitten in der Woche stattfinden, und nicht die Freizeitgestaltung am Wochenende tangieren.

Zu den größeren Events dieser Gattung gehört der Kölner Firmenlauf, den die Agentur Weiss aus Königswinter organisiert. Bei seiner nunmehr 11. Austragung am letzten Donnerstag im April waren knapp 6.500 Teilnehmer aus 166 Teams gemeldet, also etwas weniger als im Jubiläumsjahr 2017. Rund vierzig Prozent Frauen waren darunter. Wie viel im Endeffekt teilnahmen, kann nicht festgestellt werden, denn es wird keine Zeit genommen und auch nicht registriert, wer ins Ziel gekommen ist. Statt wenigsten etwas Wettbewerb zuzulassen, setzt die Agentur voll und ganz auf Unterhaltung und Spaß und das durch die fehlende Zeitmessung eingesparte Geld für Musik und Animation ein. So waren mehrere Bands an der 5,7 km langen Strecke um den Fühlinger See im Einsatz und ein komplettes Verpflegungs- und Partydorf an der Regattastrecke aufgebaut. Kräftige Regenschauer vor dem Lauf dürfte einige Läufer vom Start abgehalten haben, die Regenduschen während der Veranstaltung störte hingegen kaum jemanden.

Los ging es um 18 Uhr. Bis auch der letzte der vielen tausend Teilnehmer die Startmatte überschritten hatte, dauert sicher zwanzig Minuten. Ein freies Lauf war auf den engen Uferwegen nur für die Vorderen möglich, andere wurden immer wieder ausgebremst durch Walker oder solche, die nur wenige hundert Meter sich laufend bewegen können. Dennoch wurde der Lauf auch für ambitionierte Sportler eine kurzweilig Angelegenheit. Auffällig war im Gegensatz zu Volks- und Straßenläufen, wie wenig sorgfältig viele Firmenläufer ihre Startnummern befestigt hatten. Viele Dutzend derselben flatterten immerzu durch die Luft oder lagen auf dem Weg.

IMG_0666 webDa nicht die schnellsten Läufer ermittelt werden sollen, sondern nur das Team, welches am vollständigsten die Strecke absolvieren konnte, wären die Startnummern eigentlich das Mittel, um dies herauszufinden. Jedoch würde das nur funktionieren, wenn es eine integrierten Chip gäbe und eine elektronische Matte. Beides war aber nicht gegeben. Auf irgendeine Weise muss es doch ein „Ermittlungsverfahren“ gegeben haben, um eine ganze Batterie von Pokalen unter die Leute zu bringen und den Prozentsatz der Finisher pro Team im Verhältnis zur Mitarbeiterzahl der Firma zu bestimmen. Solche Zahlen werden nämlich wenige Tage nach dem Lauf auf der Homepage veröffentlicht.

Fazit: Im Vergleich mit anderen großen Firmenläufen in der Republik gibt sich der Kölner als der am wenigsten auf sportliche Ambitionen ausgerichtete. Das kommt sicher der fröhlich-spaßigen Mentalität des Rheinländers entgegen, aber eine große Anzahl von Teilnehmern hätte sicher nichts gegen eine Zeitmessung und korrekte Wertung einzuwenden. Ein positiver Nebeneffekt: durch Spenden – vor der beteiligten Firmen – wurden über 10.000 Euro für den guten Zweck gesammelt. (Text und Fotos: Michael Schardt)

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